Wie kannst du mit dem Herzen denken?

Wie kannst du mit dem Herzen denken, obwohl wir doch gewöhnt sind, dafür das Gehirn zu benutzen?

Normalerweise denken wir mit dem Gehirn. Das ist die gängige Wissenschaft bisher. Es gibt aber in den letzten Jahren Studien über das Herz, die über die eigentliche Muskelarbeit dieses Organs hinausgehen.

Dieser neue Studienzweig heißt Epigenetik.

Der Begriff „Epigenetik“ ist zusammengesetzt aus den Wörtern Genetik und Epigenese, also der Entwicklung eines Lebewesens. Epigenetik gilt als das Bindeglied zwischen Umwelteinflüssen und Genen: Sie bestimmt mit, unter welchen Umständen welches Gen angeschaltet wird und wann es wieder stumm wird.

Wir alle wissen, dass uns das Herz mit dem Kreislaufsystem das Leben ermöglicht. Neueste Erkenntnisse zeigen jedoch auf, dass unser Herz viel mehr ist als ein Muskel, der unermüdlich den Blutstrom durch den Körper pumpt.

Das Herz hat – so hat man festgestellt, ca. 40.000 Zellen, die ähnlich wie das Gehirn funktionieren. Diese Zellen haben aber einen anderen Stellenwert für uns. Sie gehen mit einem Wohlgefühl einher, das uns in eine gehobene Stimmung versetzt.

Der Volksmund hatte dazu schon lange eine Sichtweise, die uns auch bekannt war, der man aber nicht wirklich auf den Grund gegangen ist.

  • Etwas auf dem Herzen haben.
  • Sich etwas zu Herzen nehmen.
  • Seinem Herzen einen Stoß geben.
  • Sein Herz ausschütten.
  • Aus seinem Herzen keine Mördergrube machen.
  • Das Herz auf der Zunge haben.
  • Das Herz ist ihm in die Hose gerutscht.
  • Das Herz läuft ihm mit dem Kopf davon.

Alle diese Redewendungen haben uns gezeigt, dass das Herz mehr ist als nur der Motor unseres Körpers.

Wie stellst du es also an, mit dem Herzen zu denken?

Das hört sich erst einmal merkwürdig an. Wie jedoch oben schon angemerkt, ist es im Volksmund längst bekannt. Doch wenige haben sich die Mühe gemacht, darüber tiefergehend nachzudenken.

Wenn es uns gut geht, dann fühlen wir diesen Zustand meistens nicht im Kopf, sondern eher in der Körpermitte, im Brustkorb, in der Magengegend oder im Bauchraum.

Wenn es uns schlecht geht, d.h. wenn wir mit einer Situation nicht gut umgehen können, dann fühlen viele Menschen irgendwo im Bauchraum ein Grummeln. Das kann vor Prüfungen sein, vor unangenehmen Entscheidungen und vor Herausforderungen, die uns erst einmal Angst machen.

Neue Wissenschaften haben entdeckt, dass das Herz mit seinen fühlenden Zellen ähnlich wie das Gehirn arbeitet. Ja, wenn wir uns darauf konzentrieren, dann kann es in Zusammenarbeit mit dem Gehirn wahre Wunder bewirken, die sich auf uns selbst und auch auf unsere Umwelt auswirken.

Ein amerikanischer Forscher in dieser Wissenschaft, nämlich Gregg Braden, hat Publikationen, Bücher und Seminare darüber gegeben, wie wir uns mit diesem Thema verbinden können.

Einfache praktische Übung für die Herz-Gehirn-Kohärenz

  • Setz dich hin und bringe deinen Körper in eine Ruhestellung.
  • Lege deine Hand oder einen Finger behutsam auf deine Herzgegend.
  • Atme in einem Rhythmus so ein, dass du beim Einatmen bis 5 zählst, den Atem anhältst und ebenfalls bis 5, dann ausatmen bis 5 zählen und nochmals bis 5 zählst.
  • Diese Übung mache mindestens 3 bis 4 Mal oder etwas länger.
  • Du sagst deinem Körper damit, dass alles in Ordnung ist und er sich entspannen kann.
  • Während du also dein Herz leicht berührst und ihn durch die Atemübung in Ruhestellung gebracht hast, denke liebevoll an zum Beispiel Dankbarkeit, Wertschätzung, Freude, Wohlbefinden und an das, was dir in dieser Richtung in den Sinn kommt.
  • Es werden Glückshormone vom Herzen an das Gehirn ausgeschüttet, die wiederum durch Umwandlung im Gehirn den Körper in einen friedlichen und wohligen Zustand versetzen.

Warum ist es von Vorteil, sich gefühlsmäßig mit dem Herzen zu beschäftigen?

Weil es einfach eine bessere Laune macht. Man sieht das Tagesgeschehen mit anderen Augen. Dinge, die vorher gestört haben, lässt man eher links liegen und betrachtet die Welt von der angenehmeren Seite.

Das muss ja nicht bedeuten, völlig blind für die schrecklichen Dinge zu sein, die auf der Erde geschehen. Wenn wir diese aber selbst nicht verändern können, dann hilft es überhaupt nicht, sich damit zu beschäftigen.

Gegen etwas sein, verursacht in uns einen Widerstand. Dieser blockiert unser vegetatives Nervensystem, das dann in Unwohlsein und Schwindel mündet. Wozu soll das also gut sein, wenn wir damit unser körperliches Wohlbefinden beeinträchtigen?

Verliebtsein ist eher im Herzen angesiedelt

Wenn Menschen sich verlieben, dann ist der Kopf meistens ausgeschaltet und die Gefühle entstehen in der Herzgegend. Man sagt auch, dass sie dann Schmetterlinge im Bauch haben. Jedenfalls wird das Gehirn oftmals ausgeschaltet und die Welt nur von der besten Seite aus betrachtet.

Dann kann es auch passieren, dass wir unsere Vernunft ausschalten. Wir sehen den geliebten Partner aus einem Blickwinkel von Gefühlen. Man ist blind vor Liebe und sieht nichts anderes mehr.

Später kommt dann die Ernüchterung, dass man gefühlsmäßig überreagiert und den Partner durch eine rosarote Brille gesehen hat. Manchmal muss man also Lehrgeld bezahlen, um wieder klar zu sehen.

Das gehört aber zum Leben dazu. Durch Erfahrungen lernen wir, die Dinge richtig einzuordnen. Jeder ist schon gestolpert und hingefallen. Dann heißt es, aufstehen, die Krone richten und weitergehen.

Wenn man dann sein Herz mit dem Gehirn verbindet, kann auch bei jeder ernüchternden Erfahrung ein neues Gefühl der Verbundenheit entstehen. Allerdings sollte man sich darauf einlassen und nicht gleich die Flinte ins Korn werden.

Die Herz-Muskel-Tätigkeit hält uns während unserer Lebenszeit am Laufen, das Gefühl in der Herzgegend gibt uns eine wohlige Wärme.

Wenn wir mit dem Herzen denken, schließen wir unsere Mitmenschen mit ein. Da wir nur in eine Richtung denken können, also etwas gut zu finden oder aber schlecht, können wir selbst entscheiden, was sich für uns besser anfühlt.

Es gibt nix Besseres wia was Guats

Es gibt nichts Besseres als etwas Gutes. Das will mit dem mundartlichen Ausspruch gesagt sein. Wenn wir also in die Richtung schauen, die uns angenehmer ist als in die gegensätzliche, dann ist das eine gute Entscheidung, den Tag mit Schwung anzugehen.

Was nützt es uns, die täglich wiederholten negativen Nachrichten durchzukauen und mit anderen zu diskutieren? Wenn wir nicht in der Lage sind, uns selbst mit einzubringen, um die Welt ein wenig besser zu machen, dann ist es unnötig, seinen Blickpunkt hauptsächlich auf die negativen Zustände zu richten.

Viele können aus ihrer Lebenssituation heraus nicht an die Geschehnisse in der Welt zu reisen, um die Ärmel hochzukrempeln und dort mit aufzuräumen oder etwas aufzubauen. Was spricht also dagegen, geistig die Menschen zu unterstützen, die in Schwierigkeiten sind.

Das hört sich zu einfach an. Wenn es aber kollektiv geschieht, also von vielen Leuten gleichzeitig, zum Beispiel eine Friedensbotschaft auszusprechen, dann geht diese Energie in den Raum, der uns alle umgibt.

Erachten wir aber aus unserer Lebensmitte heraus das Gute in den Menschen und der Natur, mit allen Einzelheiten der Schöpfung, als liebens- und lebenswert, dann können wir zu einem friedlicheren Miteinander beigetragen.

Gedanken sind Energie, dessen sind sich viele Menschen gar nicht bewusst. Die Quantenphysik besagt schon lange, dass die Realität durch Beobachtung entsteht. Wenn wir also gemeinsam an das Gute in der Welt denken, dann kann man den Rückschluss daraus ziehen, dass auch mehr Gutes passiert.

Wenn aber viele Leute ihren Fokus, ihre Aufmerksamkeit auf die Dinge richten, die wir gar nicht haben wollen, dann bleibt dieser Zustand bestehen und kann sich nicht verändern.

Sei du die Veränderung, die du dir für die Welt wünschst

Dieses Zitat von Mahatma Gandhi kann man eigentlich gut verstehen. Du kannst nicht von deinen Mitmenschen erwarten, dass sie etwas für dich tun, wenn du nicht selbst dazu bereit bist.

In dieser Welt ist ein Geben und Nehmen erforderlich, alles ist Veränderung, nichts bleibt statisch. So wie die Jahreszeiten den Wechsel anzeigen, so ist es im ganzen Leben für alles, was ist.

Auf schlechte Zeiten folgen wieder gute. Wenn du mit deinem Herzen denkst und die guten Gefühle der Welt zeigst, dann kann sich Unangenehmes in Angenehmeres in deinem Umfeld verwandeln.

Das gilt für alle Lebensbereiche und natürlich während unserer Zeit in der körperlichen Welt. Wir wissen ja nicht, was nach unserem stofflichen Aufenthalt auf dieser Erde mit uns passiert. Deshalb tun wir gut daran, jetzt und im jeweiligen Moment die Dinge so zu gestalten, dass sie sich angenehm anfühlen.

Also lasst uns das Beste denken, was uns möglich ist. Mit dem Herzen denken!

Mit dem Herzen denken